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deutsch:lesson:klasse11:resultdiscuss [2024/11/24 14:25] technikdeutsch:lesson:klasse11:resultdiscuss [2024/11/25 11:03] (aktuell) – [Ernstfallübung Klausur] technik
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-==== Ernstfallübung Klausur ====+=== Wenn du diese Tools nutzt === 
 +Du gibst an, dass du diese beiden Werkzeuge für das Überarbeiten deiner Arbeit verwendet hast. Eine Beispielformulierung könnte sein:
  
-Tipp: Die Geschichte ist sehr gut durch eine Skizze der dargestellten Welt zu knacken!+<WRAP center round tip 95%> 
 +Dieser Text wurde eigenständig erstellt und mit <Tool> ( Webadresse ) auf Syntax, Grammatik und Stil kritisch überprüft.  
 +</WRAP>
  
-=== Ilse Aichinger - Das Fenstertheater === 
-Die Frau lehnte am Fenster und sah hinüber. Der Wind trieb in leichten Stößen 
-vom Fluss herauf und brachte nichts Neues. Die Frau hatte den starren Blick 
-neugieriger Leute, die unersättlich sind. Es hatte ihr noch niemand den Gefallen 
-getan, vor ihrem Haus niedergefahren zu werden. Außerdem wohnte sie im 
-vorletzten Stock, die Straße lag zu tief unten. Der Lärm rauschte nur mehr 
-leicht herauf. Alles lag zu tief unten.  
  
-Als sie sich eben vom Fenster abwenden 
-wollte, bemerkte sie, dass der Alte gegenüber Licht angedreht hatte. Da es 
-noch ganz hell war, blieb dieses Licht für sich und machte den merkwürdigen 
-Eindruck, den aufflammende Straßenlaternen unter der Sonne machen. Als 
-hätte einer an seinen Fenstern die Kerzen angesteckt, noch ehe die Prozession 
-die Kirche verlassen hat. Die Frau blieb am Fenster. Der Alte öffnete und nickte 
-herüber. Meint er mich? dachte die Frau. Die Wohnung über ihr stand leer, und 
-unterhalb lag eine Werkstatt, die um diese Zeit schon geschlossen war. Sie 
-bewegte leicht den Kopf. Der Alte nickte wieder. Er griff sich an die Stirne, 
-entdeckte, dass er keinen Hut aufhatte, und verschwand im Innern des 
-Zimmers. Gleich darauf kam er in Hut und Mantel wieder. Er zog den Hut und 
-lächelte. Dann nahm er ein weißes Tuch aus der Tasche und begann zu winken. 
-Erst leicht und dann immer eifriger. Er hing über die Brüstung, dass man Angst 
-bekam, er würde vornüberfallen. Die Frau trat einen Schritt zurück, aber das 
-schien ihn nur zu bestärken. Er ließ das Tuch fallen, löste seinen Schal vom Hals 
-– einen großen bunten Schal – und ließ ihn aus dem Fenster wehen. Dazu 
-lächelte er. Und als sie noch einen weiteren Schritt zurücktrat, warf er den Hut 
-mit einer heftigen Bewegung ab und wand den Schal wie einen Turban um 
-seinen Kopf. Dann kreuzte er die Arme über der Brust und verneigte sich. Sooft 
-er aufsah, kniff er das linke Auge zu, als herrsche zwischen ihnen ein geheimes 
-Einverständnis. Das bereitete ihr so lange Vergnügen, bis sie plötzlich nur mehr 
-seine Beine in dünnen, geflickten Samthosen in die Luft ragen sah. Er stand auf 
-dem Kopf. Als sein Gesicht gerötet, erhitzt und freundlich wieder auftauchte, 
-hatte sie schon die Polizei verständigt. Und während er, in ein Leintuch gehüllt, 
-abwechselnd an beiden Fenstern erschien, unterschied sie schon drei Gassen 
-weiter über dem Geklingel der Straßenbahnen und dem gedämpften Lärm der 
-Stadt das Hupen des Überfallautos. Denn ihre Erklärung hatte nicht sehr klar 
-und ihre Stimme erregt geklungen. Der alte Mann lachte jetzt, so dass sich sein 
-Gesicht in tiefe Falten legte, streifte dann mit einer vagen Gebärde darüber, 
-wurde ernst, schien das Lachen eine Sekunde lang in der hohlen Hand zu halten 
-und warf es dann hinüber.  
  
-Erst als der Wagen schon um die Ecke bog, gelang es 
-der Frau, sich von seinem Anblick loszureißen. Sie kam atemlos unten an. Eine 
-Menschenmenge hatte sich um den Polizeiwagen gesammelt. Die Polizisten 
-waren abgesprungen, und die Menge kam hinter ihnen und der Frau her. 
-Sobald man die Leute zu verscheuchen suchte, erklärten sie einstimmig, in 
-diesem Hause zu wohnen. Einige davon kamen bis zum letzten Stock mit. Von 
-den Stufen beobachteten sie, wie die Männer, nachdem ihr Klopfen vergeblich 
-blieb und die Glocke allem Anschein nach nicht funktionierte, die Tür 
-aufbrachen. Sie arbeiteten schnell und mit einer Sicherheit, von der jeder 
-Einbrecher lernen konnte. Auch in dem Vorraum, dessen Fenster auf den Hof 
-sahen, zögerten sie nicht eine Sekunde. Zwei von ihnen zogen die Stiefel aus 
-und schlichen um die Ecke. Es war inzwischen finster geworden. Sie stießen an 
-einen Kleiderständer, gewahrten den Lichtschein am Ende des schmalen 
-Ganges und gingen ihm nach. Die Frau schlich hinter ihnen her.  
  
-Als die Tür 
-aufflog, stand der alte Mann, mit dem Rücken zu ihnen gewandt, noch immer 
-am Fenster. Er hielt ein 
-großes weißes Kissen auf dem Kopf, das er immer wieder abnahm, als bedeutete 
-er jemandem, dass er schlafen wolle. Den Teppich, den er vom Boden 
-genommen hatte, trug er um die Schultern. Da er schwerhörig war, wandte er 
-sich auch nicht, um als die Männer schon knapp hinter ihm standen und die 
-Frau über ihn hinweg in ihr eigenes finsteres Fenster sah. Die Werkstatt 
-unterhalb war, wie sie angenommen hatte, geschlossen. Aber in die Wohnung 
-oberhalb musste eine neue Partei eingezogen sein. An eines der erleuchteten 
-Fenster war ein Gitterbett geschoben, in dem aufrecht ein kleiner Knabe stand. 
-Auch er trug sein Kissen auf dem Kopf und die Bettdecke um die Schultern. Er 
-sprang und winkte herüber und krähte vor Jubel. Er lachte strich mit der Hand 
-über das Gesicht wurde ernst und schien das Lachen eine Sekunde lang in der 
-hohlen Hand zu halten. Dann warf er es mit aller Kraft den Wachleuten ins 
-Gesicht.