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- | ==== Ernstfallübung Klausur ==== | + | === Wenn du diese Tools nutzt === |
+ | Du gibst an, dass du diese beiden Werkzeuge für das Überarbeiten deiner Arbeit verwendet hast. Eine Beispielformulierung könnte sein: | ||
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+ | <WRAP center round tip 95%> | ||
+ | Dieser Text wurde eigenständig erstellt und mit < | ||
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- | === Ilse Aichinger - Das Fenstertheater === | ||
- | Die Frau lehnte am Fenster und sah hinüber. Der Wind trieb in leichten Stößen | ||
- | vom Fluss herauf und brachte nichts Neues. Die Frau hatte den starren Blick | ||
- | neugieriger Leute, die unersättlich sind. Es hatte ihr noch niemand den Gefallen | ||
- | getan, vor ihrem Haus niedergefahren zu werden. Außerdem wohnte sie im | ||
- | vorletzten Stock, die Straße lag zu tief unten. Der Lärm rauschte nur mehr | ||
- | leicht herauf. Alles lag zu tief unten. Als sie sich eben vom Fenster abwenden | ||
- | wollte, bemerkte sie, dass der Alte gegenüber Licht angedreht hatte. Da es | ||
- | noch ganz hell war, blieb dieses Licht für sich und machte den merkwürdigen | ||
- | Eindruck, den aufflammende Straßenlaternen unter der Sonne machen. Als | ||
- | hätte einer an seinen Fenstern die Kerzen angesteckt, noch ehe die Prozession | ||
- | die Kirche verlassen hat. Die Frau blieb am Fenster. Der Alte öffnete und nickte | ||
- | herüber. Meint er mich? dachte die Frau. Die Wohnung über ihr stand leer, und | ||
- | unterhalb lag eine Werkstatt, die um diese Zeit schon geschlossen war. Sie | ||
- | bewegte leicht den Kopf. Der Alte nickte wieder. Er griff sich an die Stirne, | ||
- | entdeckte, dass er keinen Hut aufhatte, und verschwand im Innern des | ||
- | Zimmers. Gleich darauf kam er in Hut und Mantel wieder. Er zog den Hut und | ||
- | lächelte. Dann nahm er ein weißes Tuch aus der Tasche und begann zu winken. | ||
- | Erst leicht und dann immer eifriger. Er hing über die Brüstung, dass man Angst | ||
- | bekam, er würde vornüberfallen. Die Frau trat einen Schritt zurück, aber das | ||
- | schien ihn nur zu bestärken. Er ließ das Tuch fallen, löste seinen Schal vom Hals | ||
- | – einen großen bunten Schal – und ließ ihn aus dem Fenster wehen. Dazu | ||
- | lächelte er. Und als sie noch einen weiteren Schritt zurücktrat, | ||
- | mit einer heftigen Bewegung ab und wand den Schal wie einen Turban um | ||
- | seinen Kopf. Dann kreuzte er die Arme über der Brust und verneigte sich. Sooft | ||
- | er aufsah, kniff er das linke Auge zu, als herrsche zwischen ihnen ein geheimes | ||
- | Einverständnis. Das bereitete ihr so lange Vergnügen, bis sie plötzlich nur mehr | ||
- | seine Beine in dünnen, geflickten Samthosen in die Luft ragen sah. Er stand auf | ||
- | dem Kopf. Als sein Gesicht gerötet, erhitzt und freundlich wieder auftauchte, | ||
- | hatte sie schon die Polizei verständigt. Und während er, in ein Leintuch gehüllt, | ||
- | abwechselnd an beiden Fenstern erschien, unterschied sie schon drei Gassen | ||
- | weiter über dem Geklingel der Straßenbahnen und dem gedämpften Lärm der | ||
- | Stadt das Hupen des Überfallautos. Denn ihre Erklärung hatte nicht sehr klar | ||
- | und ihre Stimme erregt geklungen. Der alte Mann lachte jetzt, so dass sich sein | ||
- | Gesicht in tiefe Falten legte, streifte dann mit einer vagen Gebärde darüber, | ||
- | wurde ernst, schien das Lachen eine Sekunde lang in der hohlen Hand zu halten | ||
- | und warf es dann hinüber. Erst als der Wagen schon um die Ecke bog, gelang es | ||
- | der Frau, sich von seinem Anblick loszureißen. Sie kam atemlos unten an. Eine | ||
- | Menschenmenge hatte sich um den Polizeiwagen gesammelt. Die Polizisten | ||
- | waren abgesprungen, | ||
- | Sobald man die Leute zu verscheuchen suchte, erklärten sie einstimmig, in | ||
- | diesem Hause zu wohnen. Einige davon kamen bis zum letzten Stock mit. Von | ||
- | den Stufen beobachteten sie, wie die Männer, nachdem ihr Klopfen vergeblich | ||
- | blieb und die Glocke allem Anschein nach nicht funktionierte, | ||
- | aufbrachen. Sie arbeiteten schnell und mit einer Sicherheit, von der jeder | ||
- | Einbrecher lernen konnte. Auch in dem Vorraum, dessen Fenster auf den Hof | ||
- | sahen, zögerten sie nicht eine Sekunde. Zwei von ihnen zogen die Stiefel aus | ||
- | und schlichen um die Ecke. Es war inzwischen finster geworden. Sie stießen an | ||
- | einen Kleiderständer, | ||
- | Ganges und gingen ihm nach. Die Frau schlich hinter ihnen her. Als die Tür | ||
- | aufflog, stand der alte Mann, mit dem Rücken zu ihnen gewandt, noch immer | ||
- | am Fenster. Achtung! Im letzten Abschnitt fehlen die Kommas! Er hielt ein | ||
- | großes weißes Kissen auf dem Kopf das er immer wieder abnahm als bedeutete | ||
- | er jemandem, dass er schlafen wolle. Den Teppich, den er vom Boden | ||
- | genommen hatte, trug er um die Schultern. Da er schwerhörig war wandte er | ||
- | sich auch nicht um als die Männer schon knapp hinter ihm standen und die | ||
- | Frau über ihn hinweg in ihr eigenes finsteres Fenster sah. Die Werkstatt | ||
- | unterhalb war wie sie angenommen hatte geschlossen. Aber in die Wohnung | ||
- | oberhalb musste eine neue Partei eingezogen sein. An eines der erleuchteten | ||
- | Fenster war ein Gitterbett geschoben in dem aufrecht ein kleiner Knabe stand. | ||
- | Auch er trug sein Kissen auf dem Kopf und die Bettdecke um die Schultern. Er | ||
- | sprang und winkte herüber und krähte vor Jubel. Er lachte strich mit der Hand | ||
- | über das Gesicht wurde ernst und schien das Lachen eine Sekunde lang in der | ||
- | hohlen Hand zu halten. Dann warf er es mit aller Kraft den Wachleuten ins | ||
- | Gesicht. |